Mehr Grün in Kalk

Bürger*inneninitiative

Straßenbäume

Straßenbäume bieten sehr viele Vorteile, um die Auswirkungen des Klimawandels in urbanen Räumen zu reduzieren:

  • ☀️ Geringere Hitzebelastung: Bäume spenden Schatten für Gebäude, Gehwege, Straßen und Parkplätze. Dadurch sinkt die Oberflächentemperatur dieser Bereiche deutlich.
  • 🌬️ Verbesserung der Luftqualität: Bäume nehmen unter anderem Kohlenstoffdioxid (CO2) auf und geben Sauerstoff (O2) ab. Die Blätter können Partikel wie Feinstaub binden.
  • 💧 Erhöhung der Luftfeuchtigkeit: Bäume geben über ihre Blätter Wasser ab (Evapotranspiration), sodass die Umgebungsluft feuchter wird. Gleichzeitig wird der Umgebungsluft so Wärme entzogen.
  • 🌧️ Wasserrückhalt: Bäume fangen Regen ab, ihre Wurzeln stabilisieren den Boden und unterstützen die Versickerung. Dieses Wasser muss also nicht anderweitig abgeführt werden. So wird die Kanalisation vor allem bei Starkregenereignissen entlastet.
  • 🌳 Biodiversität: Bäume sind nicht nur Lebensraum für viele Tierarten, sondern auch für Pflanzen: Die Artenvielfalt im urbanen Raum wird gefördert und ökologische Nischen geschaffen.

Neben ökologischen Vorteilen bieten Bäume aber auch soziale und wirtschaftliche Vorteile:

  • ⚕️ Gesundheit und Wohlbefinden: Begrünte Umgebungen reduzieren Stress und wirken sich positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. Wissenschaftliche Studien zeigen nicht nur gesundheitliche Vorteile wie seltenere Atemwegserkrankungen und weniger Herz-Kreislauf-Probleme, sondern auch eine schnellere Genesung im Krankheitsfall.
  • 🎨 Optik und Lebensqualität: Das Stadtbild wird durch Bäume massiv gesteigert. Dort, wo sich Menschen wohl fühlen, steigt die Lebensqualität spürbar.
  • 👫 Soziales Miteinander: Menschen treffen sich gerne in angenehm kühlen Parks und auf ansprechenden, grünen Plätzen, die soziale Interaktion wird gestärkt.
  • 🏦 Wertsteigerung von Immobilien: Eine höhere Lebensqualität steigert die Attraktivität von Wohngegenden und somit auch den Wert der dortigen Immobilien.
  • 🤑 Kostenersparnis: Wenn Gebäude durch Bäume verschattet werden, heizen sie sich nicht so schnell und stark auf. Klimaanlagen können ganz eingespart oder aber deren Unterhaltskosten reduziert werden.

Die Kölner Straßenbäume werden durch viele Bausteine, Konzepte und Maßnahmen beeinflusst. Nachfolgend haben wir die wichtigsten davon aufgelistet:

Baumbilanz 2025

Für das Jahr 2025 hat die Stadtverwaltung erstmalig einen „Jahresbericht über die Entwicklung des städtischen Baumbestands in 2025“ kommuniziert (Vorlage 1376/2026). Demnach wurden stadtweit ganze 1.162 Bäume gefällt. Davon wurden 62,3 % nach erteilten Fällgenehmigungen im Rahmen von Baumaßnahmen gefällt (724 Bäume)! Die restlichen 438 Bäume mussten aufgrund von Baumkrankheiten und zur Wahrung der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden. Fast 2/3 der stadtweit gefällten Straßenbäume waren also gesund, wurden aber dennoch gefällt, weil sie für Baumaßnahmen im Weg standen. Können wir uns dieses Vorgehen nach dem krassen Hitzesommer 2026 wirklich noch leisten? Wir sagen ganz klar: Nein!

Für den gesamten Stadtbezirk Kalk werden die folgenden Zahlen genannt. Eine genauere Aufschlüsselung nach Stadtteilen wurde leider nicht veröffentlicht.

FällungenNeupflanzungen
164108

Der Stadtbezirk Kalk hat also im Jahr 2025 ganze 56 Straßenbäume verloren! Wichtig zu betonen ist hierbei, dass ein kleiner, neugepflanzter Baum erst nach Jahrzehnten denselben Wert für das städtische Ökosystem erreicht wie ein bestehender Altbaum. Die reelle Ökobilanz ist also weitaus verheerender!

Baumschutzsatzung

Die Stadt Köln besitzt eine eigene Baumschutzsatzung. Mit dieser Vorschrift wird geregelt, welche Bäume nur nach einem genehmigten Antrag beschnitten oder gefällt werden dürfen. Geschützt sind nach der aktuellsten Fassung vom 18.07.2023 alle…

  • 🌳 Laubbäume, die einen Stammumfang von mindestens 80 cm aufweisen sowie mehrstämmig ausgebildete Laubbäume, wenn wenigstens zwei Einzelstämme einen Umfang von jeweils mindestens 40 cm aufweisen
  • 🌲 Nadelbäume, die einen Stammumfang von mindestens 130 cm aufweisen sowie mehrstämmig ausgebildete Nadelbäume, wenn wenigstens zwei Einzelstämme einen Umfang von jeweils mindestens 65 cm aufweisen

Der Stammumfang wird dabei in einer Höhe von 1 m über dem Erdboden gemessen.

In der Baumschutzsatzung wird zudem geregelt, ob und wo nach einer genehmigten Fällung eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden muss. Spannend sind hierbei die folgenden Vorgaben:

  • 🌳 Es dürfen nicht beliebige Pflanzenarten neu gepflanzt werden, sondern nur solche, die in der „Liste möglicher Ersatzpflanzungen“ aufgeführt sind
  • 📍 Die Ersatzpflanzung ist auf dem Grundstück der Entnahme vorzunehmen oder aber auf Antrag im Einzelfall auf einem anderen Grundstück im Geltungsbereich der Satzung. Die Ersatzpflanzung für private Bäume kann nicht auf öffentlichen Flächen erfolgen. Ebenso ist die Ersatzpflanzung für städtische Bäume nicht auf privaten Grundstücken zulässig. 
  • 💰 Sind Ersatzpflanzungen tatsächlich ganz oder teilweise unmöglich, so ist eine Ausgleichszahlung vor der Baumfällung zu leisten. Diese bemisst sich nach dem Durchschnittswert der Bäume gemäß der „Liste möglicher Ersatzpflanzungen“ + einer Pflanzkostenpauschale in Höhe von 30 % + einer Pauschale für die Unterhaltung des Baumes in Höhe von 70 % des Nettoerwerbspreises.

Die Gelder der Ausgleichszahlungen werden wie folgt genutzt:

  • 65 % für die zusätzliche neue Bäumen im Kölner Stadtgebiet 
  • 35 % für die Erhaltung und Sanierung besonders schutzwürdiger Bäume 

Straßenbaumkonzept Kalk 2022

Im Mai 2022 wurde das Straßenbaumkonzept Kalk beschlossen. Dieses gibt es für jeden der neun Kölner Stadtbezirke. Die Stadt Köln beschreibt das Vorgehen dabei wie folgt:

„Im Rahmen dieser Konzepterstellung wurde jeder Bezirk und die dazugehörigen Stadtteile untersucht. In den Straßen, in denen keine Bäume stehen, wurde anhand eines Geographischen Informationssystems überprüft, ob diese ausreichend Platz für neue Bäume bieten. War dies der Fall, wurden sämtliche unterirdische Leitungstrassen erfasst. Bereiche, in denen eine Gasleitung, eine Fernwärmeleitung oder andere durch Wurzelwuchs gefährdete Versorgungsleitungen liegen, schieden als potentielle neue Baumstandorte aus.
Nach dieser eingehenden Untersuchung wurde für jeden Stadtteil ein gesonderter Plan erarbeitet, in dem sowohl die vorhandenen, als auch die potentiell neu zu pflanzenden Straßenbäume eingetragen wurden.“

Das bittere Ergebnis für den Stadtteil Kalk: Es sei keine einzige Neupflanzung eines Baumes möglich!

Naturdenkmäler

Sind Bäume aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit besonders wichtig, können sie als Naturdenkmal deklariert werden. Damit genießen sie besonderen Schutz. Die Stadt Köln arbeitet aktuell an einer interaktiven Karte aller Naturdenkmäler.

Wenn Du einen Baum kennst, der als Naturdenkmal in Frage kommt, kannst du dessen Aufnahme als Naturdenkmal bei der Stadt Köln vorschlagen. Wir haben dies u.a. mit der Platane an der Ecke Zechenstraße / Martin-Köllen-Straße gemacht. Seit Mitte 2026 ist dieser Baum das einzige Naturdenkmal im Stadtteil Kalk. Für uns ein kleiner aber wichtiger Erfolg.

Baumkataster

Seit Juli 2025 ist ein digitales Baumkataster der Stadt Köln online. Darin sind alle Bäume auf städtischen Flächen eingetragen. Jeder Baum ist dabei mit seinem botanischen und deutschen Namen vermerkt, dazu finden sich zahlreiche Informationen zu Stamm- & Kronendurchmessern, der Höhe oder auch der individuellen Baumnummer.

Baumliste der Kölner Grünstiftung

Interessierte Kölner*innen können über die Kölner Grünstiftung für 1.200 € einen Baum spenden (Stand August 2026). Den Rest der durchschnittlich 2.800 € Gesamtkosten für eine Baumpflanzung übernehmen die Stadt Köln und die Kölner Grünstiftung. Der gewünschte Standort kann dabei aus einer langen Liste ausgewählt werden. Im Detail bedeutet es, dass diese Liste alle fehlenden Straßenbäume zeigt.

Für den Stadtteil Kalk sind im August 2026 insgesamt 62 fehlende Bäume aufgelistet.

Patenschaften

Leider kann sich die Stadt Köln nicht nachhaltig um alle Baumbeete und Grünflächen kümmern. Daher bietet sie Patenschaften an. Wenn Du also vor deiner Haustüre eine ungepflegte Baumscheibe hast und Dich um diese kümmern willst, ist eine Patenschaft genau das Richtige. Dabei lockerst Du die Erde vorsichtig auf, jätest Unkraut, bepflanzt die Fläche und gießt sie regelmäßig nach Bedarf. Alle Informationen zur Patenschaft gibt’s HIER.

Engagierte Menschen aus der Bürger*innen-Initiative Mehr Grün in Kalk haben beispielsweise die Patenschaften für die Baumscheiben an Kalk Post und auf der Trimbornstraße übernommen. Seitdem sieht es dort direkt viel schöner und freundlicher aus.

Gießen

Der Klimawandel macht auch den Kölner Straßenbäumen schwer zu schaffen. Betroffen sind vor allem junge Straßenbäume, da diese noch keine tiefreichenden Wurzeln ausbilden konnten, um sich über das Grundwasser zu versorgen. Daher muss besonders bei diesen Bäumen künstlich nachgeholfen werden. In den ersten drei Jahren werden die Jungbäume durch das Gartenbauunternehmen gegossen, welche sie gepflanzt hat. In den Jahren vier und fünf übernimmt dies die Stadt Köln mittels Gießtraktoren bzw. Gießwagen. Danach wird das Gießen aber eingestellt!

Hier kannst Du helfen, indem du Straßenbäume in deinem Umfeld mit Wasser versorgst. Bei Bedarf erhältst du über die Stadt Köln bis zu drei Wassersäcke, die um den Baumstamm herum platziert werden und das Wasser langsam abgeben, sodass es nicht an den Wurzeln vorbei versickert.

Vereine, Initiativen und Gruppen haben zudem die Möglichkeit über die Rheinenergie ein sogenanntes Standrohr zu erhalten. Dieses wird an das städtische Wassernetz angeschlossen und liefert deutlich größere Wassermengen als der private Wasserhahn.

Alle Informationen findest Du HIER.


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