Warum mehr Grün?
1. Zu wenig Grünflächen pro Kopf
In Kalk gibt es bereits seit langer Zeit viel zu wenig Grünflächen:
- Den Menschen in Köln stehen im Schnitt etwa 45 m² Grünfläche pro Kopf zur Verfügung
- Menschen in Kalk stehen aber nur 5 m² Grünfläche pro Kopf zur Verfügung1 – Das sind gerade einmal 11 % des Durchschnittswertes!
Damit gehört Kalk zu den Stadtteilen mit dem niedrigsten Grünflächenanteil in ganz Köln.
2. Kalk wird immer dichter bebaut
In Köln leben im Durchschnitt 2.710 Einwohner*innen pro km². Und in Kalk? Hier sind es 8.536 Einwohnerinnen pro km²!
Das heißt, dass 2,31 % der Kölner*innen auf gerade einmal 0,73 % der Stadtfläche leben! Wie kommt das? In den vergangenen Jahren sind in Kalk mehr als 1.000 neue Wohnungen gebaut worden:
- Quartier Colonia für gut 2000 Menschen2
- 53 Wohnungen an der Thessaloniki-Allee
- 159 Wohnungen an der Barcelona-Allee am Bürgerpark
- 106 Wohnungen im ehemaligen Kaufhof an der Kalker Hauptstraße
- 243 Wohnungen an der Ecke Rolshover Straße / Dillenburger Straße
- 250 Wohnungen + Studiappartements an der Kalker Hauptstraße auf dem ehemaligem Malteser Gelände
- Ca. 30 Wohnungen durch Nachverdichtung in der Steinmetzstraße
- 163 Wohnungen in der Kasernenstraße
Und es wird fleißig weiter gebaut:
- Ca. 160 Wohneinheiten durch Umbau der Parkhäuser der Köln Arcaden
- 128 Wohnungen auf bisheriger Gewerbefläche an der Wippermannstraße
- geplante Bebauung der Pflanzstelle / Vision e.V. an der Neuerburgstraße…
Es gibt also schon sehr wenig Grünflächen, aber immer mehr Menschen in Kalk. Und es kommen bislang keine neuen Grün- und Erholungsflächen dazu. Das führt zu folgendem Paradoxon:
mehr Wohnungen → mehr Einwohner*innen → mehr Bedarf an Grünflächen
mehr Wohnungen → mehr versiegelte Flächen → weniger verfügbare Freiflächen
Der Bedarf an Grünflächen steigt, die Verfügbarkeit derer sinkt aber. Entsprechend steigt der Druck auf die wenigen vorhandenen Grün- und Erholungsflächen in Kalk krass an.
3. Zu wenig Straßenbäume
Für einen dicht bebauten Stadtteil wie Kalk sind Straßenbäume nach neuen Grünflächendie wichtigste Klimaanpassungsmaßnahme. Das bedeutet konkret: Wenn kein Platz für einen neuen Park vorhanden ist, kann trotzdem eine Straße entsiegelt, mit Baumscheiben versehen und mit Bäumen begrünt werden. Dennoch gibt es in Kalk auch im Jahr 2026 laut Baumkataster über 20 Straßenabschnitte, in denen kein einziger Straßenbaum gepflanzt ist!
Ungeachtet der immensen Bedeutung von Straßenbäumen zeigt die städtische Baumbilanz von 2025, dass Kalk trotz Neupflanzungen immer mehr Straßenbäume verliert. Wurden 2025 im gesamten Stadtbezirk 164 Bäume gefällt, so wurden gleichzeitig nur 108 Neupflanzungen vorgenommen. Es fehlen also nochmals 56 Straßenbäume mehr im Stadtbezirk Kalk. Für den Stadtteil Kalk kann man die Baumliste der Kölner Grünstiftung heranziehen. Demnach fehlen in Kalk 62 alte Straßenbäume!
Wichtig: Ein junger neu gepflanzter Baum kann die ökologische Funktion eines alten Baumes in keinster Weise ersetzen. Folgendes Beispiel: Eine alte Platane mit 21 m Kronendurchmesser verschattet umgerechnet 346 m². Eine Neupflanzung mit 2 m Kronendurchmesser verschattet hingegen mickrige 3,14 m². Ein neuer Baum verschattet also nicht einmal 1 % der Fläche eines alten Baumes. Man bräuchte 110 (!) neue Bäume, um auf Anhieb 1:1 die gleiche Fläche zu verschatten, wie mit einem alten Baum.
Aus diesen Gründen MUSS es zwingend Mehr Grün in Kalk geben!
Du fragst Dich, wie das umgesetzt werden kann? Lies dazu unsere Forderungen.